Wie so eine Unterrichtseinheit im Wald aussieht?

Neulich kam eine Freundin auf mich zu mit der Frage: "Was macht ihr denn eigentlich so, wenn ihr im Wald seid?"

Im neuen Lehrplan gibt es den Bereich überfachliche Kompetenzen und Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Darauf liegt mein Fokus an diesem Halbtag.

Ein beträchtlicher Teil des Waldhalbtages besteht aus Projektarbeit. Zu Beginn tragen wir zusammen, wer wo dran ist, was der Plan ist für heute. Die Gruppen organisieren sich und arbeiten an ihrem Projekt. Lehrreich finde ich die Reflexion am Ende des Halbtages: Was haben wir heute geschafft, wie sind wir vorangekommen? Was war herausfordernd, was für Wege haben wir gefunden, wie soll es weitergehen.

Ich mache die Erfahrung, dass es hilfreich ist, Fragen in dem Moment aufzugreifen, in dem sie auftauchen. So ergeben sich regelmässige Inputs aus aktuellem Anlass jeweils fast von alleine: Wenn sich beispielsweise ein Jugendlicher fragt, weshalb eigentlich die Blätter nun alle so farbig werden. Da sind wir dann ganz rasch bei physikalischen Gesetzmässigkeiten von Licht und Farben. Oder der Boden ist voller Laub. Wieso verliert ein Baum eigentlich seine Blätter? Und was tun die Blätter denn so, ausser schön auszusehen? Und plötzlich hat die Abholzung des Regenwaldes etwas mit uns zu tun – und der Weg geht über das «zufällige Drüberstolpern» zum Sinn und Zweck eines Baumes, über die Photosynthese bis zu grossen philosophischen Fragen wie dem Umgang mit unserem Planeten. Und wenn meine Jugendlichen sich mit einem Mal für etwas interessieren, von dem es im üblichen Schulrahmen oft viel schwerer fällt, ihre Aufmerksamkeit dafür zu wecken – da geht mir als Lehrkraft das Herz auf.