Die Geschichte zu unserem Waldschulzimmer

Ich möchte euch gerne von meinen Jugendlichen erzählen, einer ganz normalen Oberstufe respektive einer bunten Mischung an 11-15 Jährigen mit ganz vielen unterschiedlichen Stärken, die weit über reine Rechtschreibe- und Mathematikfähigkeiten hinaus gehen.

 

Was passiert, wenn ich meine Schülerinnen und Schülern Verantwortung übergebe? Wenn ich Ihnen etwas zutraue? Wenn ich nach Wegen suche, sie eine direkte Sinnhaftigkeit erleben lassen zu können?

Waldunterricht | Rahel Schelb

Diese Frage hat mich dazu geführt, einen Halbtag des Unterrichts ins Freie zu verlegen. Gemeinsam mit den Jugendlichen haben wir uns da unser eigenes “Draussen-Klassenzimmer” eingerichtet. Wir haben uns im Wald auf den Boden gesetzt, uns umgeschaut und gemeinsam überlegt, was wir dazu brauchen.

Die einen haben darauf eine Feuerstelle eingerichtet. Über dem Feuer kochen sie nun jeweils Tee. Oder warmen Punsch, wenn es kalt ist. Oder eine Suppe. Und nachdem wir festgestellt haben, dass Feuer machen mit trockenem Holz besser klappt, sind einige gerade dabei, einen Unterstand für den Holzvorrat zu bauen. Andere überlegten sich, wie sie am besten ein Dach konstruieren können, damit wir im Trockenen sind, wenn es regnet. Eine Gruppe ist dabei, ein Toilettenhäuschen zu zimmern. Und nachdem meine Jugendlichen befanden, dass ein Zvieri jeweils doch ganz schön wäre und sich die Frage stellte, wie sie dafür zu Geld kommen, haben einige in ihrer Freizeit kurzerhand Muffins und Brownies gebacken und im Dorf verkauft. 

 

Was, wenn wir als Schulen versuchen, unseren Jugendlichen wieder mehr Selbständigkeit zuzutrauen? Da ist so viel Potential. Und meine Jugendlichen machen mir wöchentlich vor, was möglich ist, wenn man sie nur lässt.